Aktuelle Informationen

Neuzulassung der Podologie im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP)

Der Bundesrat hat am 26.5.2021 den Beschluss zur Zulassung der Podologinnen und Podologen als auf ärztliche Anordnung hin tätige Leistungserbringer/innen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) gefällt. Die Änderungen der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) und der Krankenpflegeleistungsverordnung (KLV) treten am 1. Januar 2022 in Kraft. Das heisst, Podologinnen und Podologen können ab dem 1. Januar 2022 abrechnen, wenn sie über die Zulassung des Kantons als Leistungserbringer im Sinne der OKP und über eine ZSR-Nr. der SASIS verfügen.

Übergangstarif / Handhabung Verrechnung an Patienten

Damit die Abrechnung im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) überhaupt möglich ist, muss eine Tarifstruktur und ein Taxpunktwert bzw. ein Preis für die Leistungen ausgearbeitet werden. Die Podologinnen und Podologen, die über die OKP abrechnen dürfen, werden über die Tarife für ihre Leistungen entschädigt. Die Tarife werden in Verträgen zwischen den Versicherern und Leistungserbringern vereinbart. Da die Zeitspanne bis zur Inkraftsetzung der Verordnung zu kurz war, um einen definitiven Tarifvertrag abzuschliessen, wird es in Absprache mit den Versicherern voraussichtlich eine Übergangslösung geben. Die Organisation Podologie Schweiz OPS ist zusammen mit den Krankenversicherern mit Hochdruck an den Verhandlungen. Ziel der Tarifgestaltung ist eine qualitativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu fairen Kosten. Leider konnten wir bisher noch keine Einigung finden. Das bedeutet auch, dass Sie, falls Sie Anfang Jahr bereits OKP-Leistungen erbringen, dies auf eigenes unternehmerisches Risiko machen, da der Preis für die Leistungen noch nicht festgelegt werden konnte. 

Beachten Sie, dass Sie nur OKP-Leistungen abrechnen können, wenn Sie bereits über die Zulassung des Kantons im Sinne des KVG und über die ZSR-Nr. der SASIS verfügen. Die Rechnungen an die Patientinnen und Patienten sollten nicht vor 01.03.2022 gestellt werden bzw. an die Versicherer gesendet werden. Sie können noch nicht verarbeitet werden, da bei den Versicherern die notwendigen Vorbereitungsarbeiten nicht vorgenommen werden konnten (fehlende Tarifstruktur). Ob die Rechnungsstellung direkt an die Versicherer oder via die Patientinnen und Patienten erfolgt ist noch nicht festgelegt. Das heisst, die Rechnungen für abrechenbare Leistungen, welche von zugelassenen Podologinnen und Podologen mit ZSR-Nr. erbracht werden, müssen im Januar und im Februar 2022 noch zurückbehalten werden. Sie werden voraussichtlich im März 2022 rückwirkend vergütet.

Zum Rechnungsformat gilt der XML-Standard. Falls keine elektronische Rechnungsstellung möglich ist, können die Rechnungen und Dokumente in Papierform übermittelt werden. Die einzelnen Bestandteile und Vorgaben müssen noch mit den Versicherern vereinbart werden und werden kommuniziert, sobald sie festgelegt wurden.

Qualitätsanforderungen

Die Leistungserbringer müssen gemäss Art. 58g KVV die folgenden Qualitätsanforderungen

erfüllen:

a) Sie verfügen über das erforderliche qualifizierte Personal.

b) Sie verfügen über ein geeignetes Qualitätsmanagementsystem.

c) Sie verfügen über ein geeignetes internes Berichts- und Lernsystem und haben sich, sofern ein solches besteht, einem gesamtschweizerisch einheitlichen Netzwerk zur Meldung von unerwünschten Ereignissen angeschlossen.

d) Sie verfügen über die Ausstattung, die erforderlich ist, um an nationalen Qualitätsmessungen teilzunehmen.

Diese Qualitätsanforderungen gelten für sämtliche Leistungserbringer im ambulanten Bereich. Da diese aber unterschiedliche Leistungen erbringen, können und müssen nicht alle Leistungserbringer die Qualitätsanforderungen (Bst. a-d) anlässlich der Zulassung in derselben Form erfüllen. Die Kantone verfügen über einen weiten Ermessenspielraum in Bezug auf die konkrete Ausgestaltung der Prüfung der Einhaltung der Qualitätsanforderungen beim Befinden über die Zulassungsgesuche. Die Art der Leistungserbringung und die Betriebsgrösse können dabei angemessen berücksichtigt werden. Diese Qualitätsforderungen werden im Rahmen der Zulassung als Leistungserbringer im Sinne des KVG von den Kantonen überprüft. In einer ersten Phase erfolgt die Prüfung mittels Selbstdeklaration und Fragebogen.

Das heisst bei zugelassenen Podologinnen und Podologen können künftig Qualitätsmessungen durchgeführt werden und sie müssen demzufolge über die technischen Gegebenheiten verfügen, um die angefragten Daten (elektronisch) bereitzustellen. Gemäss den Erläuterungen handelt es sich dabei um Routinedaten (wie z. B. Anzahl PAVK-Patienten, Höhe einer durchschnittlichen Rechnung, durchschnittliche Behandlungsdauer etc.). Wir empfehlen Ihnen daher, Ihre Behandlungen, welche Sie im Rahmen der OKP durchführen, entsprechend zu dokumentieren und zu belegen.

Die Organisation Podologie Schweiz OPS und die Versicherer sind neu verpflichtet, gesamtschweizerisch geltende Verträge über die Qualitätsentwicklung (Qualitätsverträge) abzuschliessen (aufgrund der Qualitätsstrategie des Bundes). Die Leistungserbringer müssen sich an diese Verträge halten (Art. 58a Abs. 6 KVG). Die Qualitätsverträge sind dem Bundesrat erstmals per 1. April 2022 zur Genehmigung einzureichen. Der Qualitätsvertag ist dementsprechend bei uns noch in Verhandlung. Für weitere Informationen bezüglich den Qualitätsanforderungen können Sie sich auch beim Gesundheitsamt des Kantons, indem Sie tätig sind, erkundigen.

Erhebung der Lohndaten

Damit die Tarifstruktur die Realität der Podologinnen und Podologen in der Schweiz abbildet, wird eine Modellpraxis erstellt und eine Lohnstudie bei den Leistungserbringern durchgeführt. Die Modellpraxis mit den Angaben zum Lohn wird von den Versicherern als Basis für die Berechnung des Taxpunktwerts verwendet. Die Modellpraxis hat das Ziel, möglichst genau die Betriebskosten einer Podologiepraxis abzubilden. Die Löhne der Podologinnen und Podologen sind davon ein wesentlicher Bestandteil. Die Erhebung der Lohndaten ist von grosser Wichtigkeit, um einen fairen Tarif für die Podologinnen und Podologen aushandeln zu können.

Die Erhebung der Lohndaten wird schweizweit bei allen Podologinnen und Podologen, welche für die Abrechnung via OKP berechtigt sind, im ersten Quartal 2022 durchgeführt. Die Durchführung der Lohnerhebung sowie die Auswertung der erhobenen Löhne erfolgt durch ein auf Lohnfragen spezialisiertes Befragungsinstitut. Die OPS erhält dadurch anonymisierte Daten und wird keine Rückschlüsse auf einzelne Mitglieder ziehen können. Das Befragungsinstitut wird nur die relevanten Erkenntnisse für die Modellpraxis an die OPS weitergeben. Wir werden Sie kurz vor Beginn der Lohnstudie wieder kontaktieren. Wir bitten Sie, an der Lohnstudie teilzunehmen, sobald Sie vom externen Befragungsinstitut angeschrieben werden.

Beantragung der Zulassung OKP und der ZSR-Nr.

Damit Podologinnen und Podologen Leistungen im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) abrechnen können, müssen sie über die Zulassung des Kantons (Zulassungsverfahren nach KVG) und über eine ZSR.-Nr. der SASIS verfügen. Am 1. Januar 2022 treten die neuen bundesrechtlichen Bestimmungen der Krankpflegeversicherungsgesetzgebung in Kraft. In diesem Rahmen ist ebenfalls ein neues formelles Zulassungsverfahren für die zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) tätigen Leistungserbringer im ambulanten Bereich eingeführt worden. Bisher war die SASIS AG für die entsprechenden Zulassungen zuständig.

Erst nachdem der zuständige Kanton überprüft hat, ob die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind, erteilt er dem jeweiligen Gesuchsteller/der jeweiligen Gesuchstellerin die Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP (die Voraussetzungen finden Sie in unserem Merkblatt). Dieses Zulassungsverfahren ist dabei nicht mit dem Verfahren für eine gesundheitspolizeiliche Bewilligung (Berufsausübungsbewilligung) zu verwechseln. Einige Gesundheitsämter haben die Informationen in Bezug auf das Zulassungsverfahren auf der Webseite bereits aufgeschaltet, andere arbeiten noch mit Hochdruck daran, die neuen Zulassungsregelungen festzulegen und entsprechende Gesuchsformulare zu erarbeiten. Sollten Sie die Informationen auf der Webseite des gewünschten Kantons nicht finden, empfehlen wir, direkt mit der jeweiligen Dienststelle Gesundheit Kontakt aufzunehmen.

Nachdem die Zulassung durch den Kanton erfolgt ist, muss eine ZSR-Nummer bei der SASIS beantragt werden (die Erteilung der ZSR-Nr. dauert ca. 6-8 Wochen):

  • Als Einzelperson oder Einzelunternehmen finden Sie das Antragsformular sowie die Voraussetzungen hier. Für Angestellte einer Einzelfirma (dipl. HF, welche die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen) müssen Sie eine K-Nummer beantragen. Sie finden die Voraussetzungen und das Antragsformular hier.
  • Organisationen der Podologie können eine ZSR-Nummer für die Organisation beantragen. Die ZSR-Nummern werden einem Rechtsträger (juristische Person oder Personengesellschaft) pro Standort erteilt, an welchem Leistungen erbracht werden. Angestellte Personen erhalten eine Kontroll-Nummer (K-Nummer). Die Voraussetzungen und das Antragsformular finden Sie hier.

Schulungen

Für die Anwendung des Tarifs werden alle Leistungserbringer eine oder mehrere Schulungen absolvieren müssen. Diese werden voraussichtlich online stattfinden.

Im Rahmen des Tarifvertrages, welcher alle Leistungserbringer unterzeichnen werden müssen, wird auch ein jährlicher finanzieller Beitrag festgelegt, welcher von den Leistungserbringern an die OPS entrichtet werden muss zur Abgeltung aller Aufwendung rund um das Abrechnungsverfahren via OKP.

Zulassung Podologinnen/Podologen als OKP-Leistungserbringer

Ergänzungen vom 22.12.2021:

Das Merkblatt «Neuzulassung der Podologie im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung OKP» wurde aktualisiert. Insbesondere finden Sie neue Informationen über das Zulassungsverfahren der Kantone und das Beantragen der ZSR-Nr. und neue FAQ.

Umsetzung im Januar:

Damit die Abrechnung im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) überhaupt möglich ist, muss eine Tarifstruktur ausgearbeitet werden. Die Podologinnen und Podologen, die über die OKP abrechnen dürfen, werden über die Tarife für ihre Leistungen entschädigt.

Die Tarife werden in Verträgen zwischen den Versicherern und Leistungserbringern vereinbart. Die Organisation Podologie Schweiz (OPS) ist zusammen mit den Krankenversicherern an der Ausarbeitung dieser Tarifstruktur. Ziel der Tarifgestaltung ist eine qualitativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst fairen Kosten. Da die Zeitspanne bis zur Inkraftsetzung der Verordnung zu kurz war, um einen definitiven Tarifvertrag abzuschliessen wird es in Absprache mit den Versicherern eine Übergangslösung geben. Diese wird voraussichtlich im Verlauf vom Januar/Februar finalisiert werden.

Die Rechnungen an die Patientinnen und Patienten sollten nicht vor 01.03.2022 gestellt werden bzw. an die Versicherer gesendet werden. Sie können noch nicht verarbeitet werden, da bei den Versicherern die notwendigen Vorbereitungsarbeiten nicht vorgenommen werden konnten (fehlende Tarifstruktur). Ob die Rechnungsstellung direkt an die Versicherer oder via die Patientinnen und Patienten erfolgt, ist noch nicht festgelegt. Das heisst, die Rechnungen für abrechenbare Leistungen, welche von zugelassenen Podologinnen und Podologen mit ZSR-Nr. erbracht werden, müssen im Januar und im Februar 2022 noch zurückbehalten werden. Sie werden voraussichtlich ab März 2022 rückwirkend vergütet.

Ergänzungen vom 09.11.2021:

Die Voraussetzungen für die Zulassung von Podologinnen und Podologen als Leistungserbringer im Sinne des KVG inkl. FAQ wurden im Merkblatt “Neuzulassung der Podologie im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung OKP“ zusammengefasst (siehe aktuelle Version Merkblatt oben unter “Ergänzungen vom 22.12.2021”).

Ausserdem fand am Freitag, 29. Oktober 2021, seitens SPV eine KVG-Informationsveranstaltung statt.
Die Präsentation von dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Falls Sie die Antworten zu Ihren Fragen in diesen Dokumenten nicht finden, können Sie sich gerne an die Geschäftsstelle wenden: sekretariat@podologie.ch.


Ergänzungen vom 30.09.2021:

Podologinnen und Podologen welche über die OKP abrechnen wollen und die Voraussetzun­gen dafür erfüllen, werden sich registrieren lassen müssen. Dafür sind neu die Kantone zu­ständig.

Als Grundvoraussetzung für die Zulassung zur Tätigkeit zu Lasten der OKP wird under anderem eine kantonale Berechtigung zur Berufsausübung als Podologin oder Podologe verlangt.

Bei den Voraussetzungen für die Zulassung wird auch ein Qualitätsmanagement-System (QMS) aufgeführt. Der SPV hat hierzu noch keine näheren Informationen. Das QMS ist für alle Leistungserbringer neu und damit erst im Aufbau.

Leider ist die Inkraftsetzung per 01.01.2022 durch den Bundesrat sehr kurz gewählt.

Die Verant­wortlichen der OPS arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung, es sind aber viele ver­schiedene Player involviert, weshalb das sehr zeitintensiv ist.

Voraussichtlich wird per 1. Januar 2022 eine Übergangsregelung in Kraft treten.  


Information vom 17. Juni 2021

An seiner Sitzung vom 26. Mai 2021 hat der Bundesrat entschieden, dass die von Podologinnen und Podologen durchgeführte medizinische Fusspflege bei Personen mit Diabetes künftig von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet wird. Aus der Verordnung ist zu entnehmen, dass sowohl dipl. Podologinnen und Podologen HF als auch altrechtliche Podologinnen und Podologen SPV zur Abrechnung zugelassen werden. Der Zentralvorstand des SPV ist erfreut, dass die seit Jahren von ihm geführte Strategie sowie die Verhandlungen mit dem BAG zu diesem Erfolg geführt haben und die Besitzstandswahrung der Podologinnen und Podologen SPV nun auch auf dieser Ebene verankert ist.

Die konkrete Umsetzung wird nun durch das BAG zusammen mit der Organisation Podologie Schweiz ausgearbeitet.

Link zur Medienmitteilung

Link zu den Verordnungstexten sowie Erläuterungen

Nachfolgend finden Sie die Erläuterungen des SPV zur Zulassung OKP (Stand 5. Juli 2021):

Erläuterungen SPV zur Zulassung OKP